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Im 19. Jahrhundert befanden sich auf dem Gebiet nordöstlich von Warnberg einige Ziegeleien. Der aus der Oberpfalz zugewanderte Josef Iberl (1835-1880) erwarb von dem Sattler Josef Klein größeren Grundbesitz und betrieb seit 1862 "am Warnberg" eine Ziegelei. Für seine und andere Ziegelarbeiter eröffnete er einen Ausschank. Als die Lehmvorkommen immer mehr zurückgingen und man damit rechnen mußte, daß sie in absehbarer Zeit völlig erschöpft sein würden, stellte sein Schwiegersohn Josef Heppner, der mit der Iberl-Tochter Anna die Wirtschaft weiterführte, in weiser Voraussicht ganz auf den Schankbetrieb um. Der Konzessionsantrag war ursprünglich wegen der Nähe der Pullacher und Großhesseloher Wirtschaften abgelehnt worden. So setzte sich der Münchner Künstlerverein "Die Raben" ein und mit der Eingabe ihrer 58 Stimmen erhielt das IBERL 1888 schließlich doch seine Schankkonzession.
Der Bildhauer Josef Heppner gehörte dem Münchner Künstlerverein "Die Raben" an. Er verliebte sich in die hübsche Iberl-Tochter Anna und heiratete sie. Nach dem Tod von Josef Iberl führte er mit seiner Frau und seiner Schwiegermutter Katharina das IBERL weiter. Als ihm 1889 das Köck'sche Gasthaus in Pullach angeboten wurde, zog er mit seiner Frau und den Künstlerfreunden als Wirt nach Pullach. Seinen Vereinsnamen übertrug er auf das Gasthaus und begründete somit den heute noch in Pullach bekannten RABENWIRT.
Das Wirtshaus wurde wahrscheinlich von der Witwe Katharina Iberl bis zur Volljährigkeit des Sohnes weitergeführt. Wann der Sohn Josef, der beim Tod seines Vaters erst sieben Jahre alt war, die Gastwirtschaft übernahm, ist nicht überliefert. Josef Iberl (1873-1941), verheiratet mit Anna Hader (1873-1964), war eine Marke besonderer Art. Er war Gemeinderat und zeitweise zweiter Bürgermeister von Solln, daher mußte seine Frau ihn auch mit "Herr" ansprechen und in der dritten Person. Noch heute erzählen sich die Sollner gerne Geschichten und Anekdoten über ihn.
Das Gebäude im ländlich-klassizistischem Stil wurde vermutlich um 1830 gebaut. Seit 1910 wird das IBERL von der Spaten-Franziskaner-Brauerei beliefert und befindet sich seit 1937 auch in deren Besitz.
1966 übernahm Georg Maier die Pacht im IBERL und machte es zu dem, was es auch heute, nach über 40 Jahren, noch ist: GEORG MAIER`S IBERL BÜHNE
Seit Winter 2005 leitet die Familie Abenteuer - die Rabenwirte aus Pullach - nun auch das Gasthaus Iberl und führen damit wieder zusammen, was zusammen gehört. Die Gastwirte Sibylla und Klaus Abenteuer wünschen unseren lieben Gästen schöne Stunden im Iberl's Gasthaus und in der Iberl Bühne.
Quelle "Der Iberl in Solln"
Sollner Hefte 17